15.11.2011 Unfalltag und die Wochen danach

In diesem Eintrag möchte ich kurz schildern, was eigentlich passiert ist und welche Fehlentscheidungen getroffen wurden, die mein Leben veränderten. Auch private Emotionen werde ich hier einfließen lassen!

 

Ich studierte seit 3 Monaten im Waldorflehrerseminar und fühlte mich dort nie wirklich zugehörig. Ich war Anders, als meine Mitstudierenden. Ich war ein Geek, der Musicals und das Skispringen mochte und ein offener und fröhlicher Mensch.

Als ich gegen 16 Uhr mich auf den Weg zum Unterricht machte, hatte ich die gesamte Zeit eigentlich nur im Kopf, ob meine Freundin es schaffen würde mich rechtzeitig abzuholen und ob wir es rechtzeitig ins Kino schaffen würden. Der Film Tim und Struppi stand auf dem Programm und ich freute mich schon sehr.

Es war die erste Sportmethodik Stunde im Rahmen des Seminars. Ich machte mir eigentlich keine Gedanken, da ich Musical studiert hatte, konnte mich nichts wirklich herrausfordern und ich freute mich auf ein wenig Bewegung.

Wir machten uns warm und bauten das Trampolin auf. Dort ging das Drama los. Unser Sportdozent erklärte uns, dass die Geräte schon sehr alt waren und er benötigte einige Versuche, dass Trampolin überhaupt aufzubauen. Wie sich später herrausstellte, war das Modell so stark veraltet, dass es nicht mehr zum Unterricht zugelassen war. Es fehlte die Abdeckung über der Metallschiene, die bei modernen Geräten vorhanden ist. Genau diese Abdeckung hätte meinen Unfall verhindert...

Wir sprangen uns also ein und ich hatte keine Probleme und freute mich eher, da ich das Sprunggefühl liebte. Es erinnerte mich immer etwas ans Skispringen. 

Mein Dozent gab nun die Anweisung, dass wir mit Hilfestellung einen Salto springen sollten. Dies war für mich keine Herrausforderung und ich meldete mich als Erste für diese Übung.

Ich nahm anlauf und sprang ab und blieb mit dem Fuß in der Metallschiene hängen, sprang den Salto aber Zuende. Ich merkte, dass mein Fuß hängen blieb und wusste im selben Moment. Das wars... Der ist mindestens gebrochen. Meine Mitschüler schilderten im Unfallprotokoll den Vorfall später wie folgt:

Sie ist abgesprungen irgendwie gefallen und liegen geblieben. Es sah absolut nicht gefährlich aus. (vielen Dank noch einmal für die Fehleinschätzung....)

Mein Dozent wollte, dass ich aufstehe, aber jede kleinste Bewegung tat höllisch weh. Ich konnte den Fuß keinen Zentimeter bewegen. Also halfen Mitschüler mir dabei irgendwie an die Seite zu kommen. Ich zitterte schon am ganzen Körper und hatte die schlimmsten Schmerzen, die man sich nur vorstellen kann. Ein Wunder, dass ich nicht bewusstlos geworden bin. Mein Dozent hielt es trotzdem nicht für nötig einen Krankenwagen zu rufen mit dem Kommentar: Das wäre ein Umstand hier jemanden rauszutransportieren.

Etwas zum kühlen gab es auch nicht in der Sporthalle und so beschloss mein Dozent mit dem Unterricht fortzufahren und kümmerte sich nicht weiter um mich. Eine Mitschülerin brachte mir später wenigstens eine Schmerztablette.

Ich saß knapp eine Stunde am Rand und mein Fuß war inzwischen auf die doppelte Größe angeschwollen. Nachdem Unterricht wollte mein Dozent, dass ich selbst zusehe, wie ich in die Klinik komme. Ich sagte ihm, dass eine Freundin zwar 40 Minuten später auf dem Parkplatz wäre, aber dass ich die Schmerzen solange nicht ertragen würde. Also entschloss er sich ziemlich widerwillig dazu, mich ins Krankenhaus zu fahren. Auf der Fahrt wurden mir für diesen Unfall noch Vorwürfe gemacht... Ich stand so sehr unter Schock, dass ich darauf kaum reagierte.

Im Krankenhaus angekommen, schob er mich zur Anmeldung und fuhr Nachhause. Meine Freundin teilte mir mit, dass Sie lieber ins Kino fahren würde, als mich im Krankenhaus zu besuchen.

In der Klinik war der Fuß so stark geschwollen, dass man nichts erkennen konnte und ich wurde mit einer schweren Prellung Nachhause geschickt....

 

3 Tage später waren die Schmerzen noch mindestens genauso unerträglich und man entschloss sich zu einem CT. Dort stellte man einen 2-fachen Splitterbruch fest, gibste den Fuß ein und sagte mir, dass ich in 6 Wochen zur Kontrolle kommen solle.

Es waren die 6 Wochen vor Weihnachten. Und ich war alleine. Das Seminar konnte ich nicht besuchen, da ich so starke Schmerzen hatte, dass ich das Haus nicht verlassen konnte. Keiner meiner Freunde besuchte mich oder kümmerte sich um mich. Nicht einmal das DRK, wo ich seit einem halben Jahr ehrenamtlich im Katastrophenschutz war.

 Nach 6 Wochen war es endlich soweit. Ich ging in die Klinik und man machte eine Röngtenkontrolle (keine CT Kontrolle). Man nahm den Gips ab und die Gehhilfen weg und drückte mir ein Physiotherapie Rezept in die Hand. Das ich noch immer wahnsinnige Schmerzen hatte und der Fuß noch geschwollen war, schien niemanden zu interessieren. In den darauffolgenden Wochen stellte ich mich immer wieder vor, aber mir wurde versichert, dass der Fuß in Ordnung war.

29.1.16 15:03

Letzte Einträge: Praktikum beim Radio und weitere Fehleinschätzungen, Erste OP und Krankenhaus Chaos, Umschulung und Enttäuschungen, Diagnose Krebs im Endstadium, Skispringen in Willingen, Wochenende in Cardiff

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