Diagnose Krebs im Endstadium

Das Jahr war eine Achterbahn der Gefühle. Durch die Arbeit merkte ich vermehrt, wie der Fuß begann Probleme zu machen und ich fuhr für Untersuchungen am 16.12. nach Boberg.

Dort konnte man nur noch feststellen, dass der Krebs zurückgekehrt ist und gestreut hat.

Diese Nachricht schockte mich im ersten Moment. Der zweite Gedanke war: Warum ich nach diesem Leidensweg?

Man sagte mir, dass mir maximal ein Jahr zum Leben bleiben würde.

Diese Nachricht musste ich erstmal verarbeiten. Was bedeutet es? Ja klar war mir bewusst, dass ich irgendwann sterben muss, aber so früh? Ich hatte doch noch so viele Pläne.

Man entschied sich mit mir im Gespräch gegen eine Chemotherapie. Und begann mit Bestrahlungen, in der Hoffnung, dass sich etwas verändern würde.

29.1.16 15:46, kommentieren

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Umschulung und Enttäuschungen

Als ich wieder einigermaßen fit war, ging ich wieder zum DRK. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich mit meiner 20% Behinderung nicht mehr geeignet für diese Tätigkeit wäre und man warf mich kommentarlos aus der Einheit. Dies verletzte mich wirklich sehr stark. Ich hatte in der Krankenzeit alle meine Freunde verloren und war einsam. Niemand half mir beim Kampf gegen den Krebs und ich fühlte mich fehl am Platzte. Ich hatte seitdem Unfall 50 kg zugenommen und war frustriert. Ich erhielt daraufhin von der Berufsgenossenschaft psychologische Betreeung, welche mir dabei half, wieder etwas positves zu sehen. In der Zeit entwickelte sich eine sehr intensive Freundschaft, die dieses Jahr 3 Jahre hält. Wir waren sehr oft zusammen im Urlaub und verbringen pro Monat mindestens ein Wochenende zusammen. Wenn ich diese Personen nicht in meinem Leben hätte, hätte ich mir ganz sicher das Leben genommen. Aber ich erhielt Unterstützung und schaffte den Weg zurück ins Leben.

 

Ich erhielt eine Unfallrente von 20% des Einkommens eines Waldorflehrers. Welche ich bis zu meinem Lebensende erhalten werde.

Ich bekam eine Umschulung zur Fotojorunalistin und war wirklich sehr glücklich.

Nachdem das Studium vorbei war, bewarb ich mich für meinen Traum: 1 Jahr leben und Arbeiten im Walt Disney World im EPCOT Center.

Ich erhielt auch tatsächlich den Platz und war wirklich stolz auf mich!

Meine Freunde erfüllten mir den größten Wunsch und wir fuhren zum Skispringen nach Willingen. Skispringen und Doctor Who, waren die einzigen Dinge, die mir während meines gesamten Alptraumes immer treu zur Seite standen.

Es war wirklich der schönste Tag meines Lebens und ich entschied mich dem Skiclub beizutreten und machte im Frühjahr meine Liszens als Kampfrichterin.

Im Sommer hatte ich meinen ersten Einsatz und das Leben war zum ersten Mal wirklich perfekt, aber so sollte es nicht bleiben.

Im Oktober schloss ich mein Studium ab und beantragte mein Visum für Amerika. Plötztlich erhielt ich von Disney eine Mail mit der Bitte für eine Telefonkonferenz. Ich rief glücklich und im happy Disney Style in Orlando an und während das Gespräches ist ein Teil von mir abgestorben. Disney war mein Leben lang immer ein Traum. Ich habe die Filme geliebt und es gab nichts größeres als diesen Job.

Im Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass man sich dazu entschieden hat, mir die Teilnahme am Programm auf Grund der Behinderung zu verweigern. Am Telefon begann ich zu weinen, weil ich es nicht glauben konnte. Da wurde mir vorgeworfen, dass ich viel zu emotional wäre und deshalb nicht für ein Zusammenleben in einer WG taugen würde. Außerdem macht man sich Gedanken, ob ich den Job mit der Behinderung ausüben könne....

Man zwang mich dazu, mich selbst zu terminieren, damit ich auf allen Kosten, wie Flug und Teilnahmegebühren sitzten blieb.

Ich bin wirklich ein starker Mensch und mein bester Freund war völlig entsetzt.

Ich lief los und kaufte mir eine Blondierung. Dies klappte nicht und meine Haare wurden orange. Andem Tag kaufte mein bester Freund mit mir mein neues Bett und wir gingen ins Steakhouse. Ich habe andem Tag schon sehr oft geweint, es aber immer in der Öffentlichkeit unter Kontrolle gehabt. Ich schämte mich so sehr für meine Haarfarbe und alles und begann ohne das ich es hätte verhindern können im Restaurant zu weinen. Meine Begleitung war völlig überfordert und diesen Zustand behielt ich einige Tage bei.

 

Ich suchte nach Alternativen und schickte eine Bewerbung ans Sealife. Dort wurde ich nach einem Vorstellungsgespräch auch sofort genommen und konnte Ende November letzten Jahres dort meine Arbeit aufnehmen. Dies lenkte mich wenigstens etwas von allem ab.

29.1.16 15:42, kommentieren